Untersuchungsergebnisse

Augenuntersuchung (DOK)

Augen gesund; frei von jeglichen Anomalien und Krankheiten

 

Herzuntersuchung

ohne Befund, Herz kräftig und gesund

 

Orthopädische Untersuchungen (Röntgenbefunde)

Hüftgelenksdysplasie (HD): Grad A

Ellbogendysplasie (ED): Grad 0

Osteochondrosis dissecans (OCD): frei

Patellaluxation (PL): frei

 

Freiwillige Gentests (Laboklin, Feragen)

Degenerative Myelopathie: Genotyp N/N (frei)

Maligne Hyperthermie: Genotyp N/N (frei)

GR-PRA1: Genotyp N/PRA (Träger)

GR-PRA2: Genotyp N/N (frei)

prcd-PRA: Genotyp N/N (frei)

Muskeldystrophie: Genotyp männlich X(N)/Y (frei)

Ichthyose: Genotyp N/ICH (Träger)

Neuronale Ceroid Lipofuszinose (NCL): Genotyp N/N (frei)

Dystrophe Epidermolysis Bullosa: Genotyp N/N (frei)

Hyperurikosurie: Genotyp N/N (frei)

Osteogenesis Imperfecta: Genotyp N/N (frei)

Sensorische ataxische Neuropathie: frei

 

Anmerkungen zur Zucht mit Anlageträgern

Wir erleben immer wieder, dass Diego aufgrund der beiden Trägergene (GR-PRA1, ICH) als Zuchtpartner für manchen Züchter auch dann grundlegend nicht in Frage kommt, wenn die Hündin für die entsprechenden Krankheiten keine Anlageträgerin ist. Bei näherer Nachfrage stellt sich mitunter heraus, dass diesbezüglich wenig Informationen bekannt sind.

Beide Krankheiten folgen dem autosomal-rezessivem Erbgang. Ist ein Deckpartner Anlageträger und der andere nicht, kann das jeweilige Trägergen an einen Teil der Welpen zwar weitervererbt werden (muss aber nicht!, siehe dazu die Mendel´schen Regeln), es führt aber nicht zu einer Erkrankung der Welpen!

Studien aus den Jahren 2003 und 2005 gelang es, das Genom des Hundes zu entschlüsseln. Das Genom von Hunden ist auf 78 Chromosomen verteilt (2 Geschlechtschromosomen – X und Y – und 38 autosomale Chromosomenpaare) und enthält nach derzeitigem Kenntnisstand ca. 19 300 proteincodierende Gene. Diese Gene bestimmen in ihrer Gesamtheit das Aussehen, das Wesen und die Gesundheit des Hundes.

Zuchtverbände unterscheiden heute bis zu mehrere hundert Rassen. Die meisten davon existieren erst seit höchstens einigen Jahrhunderten. Oft sind sie in sich genetisch wenig vielfältig - zum einen, weil die Zucht einer neuen Rasse meist auf ganz wenigen, nah miteinander verwandten Tieren aufbaut, zum anderen, weil es nicht selten vorkommt, dass ein Typ plötzlich kaum noch gefragt ist und fast verschwindet, dann aber neuerlich Mode wird und aus einem ganz kleinen Genreservoir wieder auflebt. So erklärt sich, wieso besonders reinrassige Hunde vielfach an genetisch bedingten Krankheiten leiden.

Wegen strenger Zuchtregularien stellen viele heutige Rassen quasi geschlossene Populationen dar, in die von außen kaum neue Genvarianten - Allele - einfließen. Fast zwangsläufig sind Rassehunde darum genetisch meist weniger heterogen als Mischlinge. Diesen Effekt verstärkt der Mensch noch, wenn er etwa bevorzugt Tiere zur Weiterzucht verwendet, die, auch genetisch, ganz bestimmte Merkmale aufweisen.

Vor allem in Bezug auf die Ichthyose beim Golden Retriever führt in diesem Zusammenhang die Zucht mit ausschließlich reinerbig freien Tieren mittel- bis langfristig in eine Sackgasse. Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass nur etwa 20-30 % aller Golden Retriever in Bezug auf das die Ichthyose auslösende Gen reinerbig frei sind. Beschränkt man sich bei der Zucht auf nur diese Tiere, führt das zu einer weiteren Einengung der genetischen Diversität. Als oberstes Ziel jeder verantwortungsvollen Rassezucht werden oft der Erhalt typischer Merkmale und Eigenschaften und vor allem die stetige Verbesserung der Rasse genannt. Dies ist nur möglich, wenn über viele Zuchtgenerationen hinweg auf eine möglichst große genetische Vielfalt geachtet wird.

Eine Beschränkung auf nur wenige, immer wieder gleiche Zuchttiere läuft diesen Zielen zuwider und lässt die Rasse langfristig gesehen eher genetisch degenerieren. Deswegen ist es in Bezug auf die Ichthyose momentan unabdingbar, auch Anlageträger und Merkmalsträger in der Zucht einzusetzen. In den folgenden Generationen gilt es dann durch gezielte Zuchtauswahl und überlegte Zuchtplanung eine fortschreitende Minimierung des in der Population noch weit verbreiteten Trägergens zu bewirken.

Verantwortungsvoll züchten bedeutet nicht, kurzfristig darauf zu achten, aus immer den gleichen Elterntieren reinerbig freie Welpen zu erzeugen, sondern langfristig der Rasse zu ihrem Vorteil zu dienen. Eine Fixierung auf ein, zwei oder drei Gene, die bei versierter Auswahl der Deckpartner keine negativen Auswirkungen auf die Welpen haben, und das gleichzeitige Ignorieren von über 19 000 weiteren Genen, die ein enormes Zuchtpotential mit sich bringen, ist dieser tollen Rasse hingegen nicht zuträglich.

Studien und weitere Informationen zur Ichthyose finden Sie unter folgenden Links:

Studie Laboklin: https://laboklin.com/uploads/media/LA_Ma%CC%88rz_19_DE_L_final.pdf

Studie Gesellschaft zur Förderung kynologischer Forschung:

https://www.gkf-bonn.de/tl_files/gkf_downloads/Berichte/gkf%2041%20ab%20milchschorf.pdf

Beitrag „Retriever Ausgabe 85“:

http://ebook.oerc.at/retriever/2015/dezember/files/assets/basic-html/page26.html

 

 

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